"Um klarer zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung", stellte Antoine de Saint-Exupéry fest. Dass lässt sich auf den Beratungsprozess übertragen. Vor allem auf den Beginn: die Auftragsklärung
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| Wenn der Blick klar ist, erkennt man den Grund. Im See ebenso wie in Gesprächen. (Foto: Gerald von Velasco) |
"Sage mir, wie ein Projekt beginnt, und ich sage Dir, wie es endet." Volker Köhninger sieht in den Raum, 15 Augenpaare blicken leicht irritiert zurück. "Jede Frage, die man am Anfang nicht stellt, wird man später bitter bereuen", fügt er an. Noch so ein Satz, der irritiert. Zumindest mich. Dabei steht doch Klärung auf dem Programm, Auftragsklärung, um genau zu sein. Und um mich vollends zu verwirren, betont Volker Köhninger, dass es sich auszahlt, gerade zu Beginn unbequem zu sein.
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| Volker Köhninger |
Klar kenne ich das unbequeme Nachfragen von Interviews. Und auch das nagende Gefühl der vertanen Chance, wenn beim Schreiben klar wird, dass man da besser noch eine Frage draufgesetzt hätte. Aber dass das auch für Aufträge gilt, ist mir neu. Auch wie viel mein Job bzw. mein "Handwerkskoffer" als Journalist mit dem des Beraters zu tun hat. Dazu später noch mehr. Jetzt geht es erst Mal um die Auftragsklärung aus systemischer Sicht. Und damit um eine andere Sicht als ich sie als Journalistin gelernt und verinnerlicht habe
Was ist systemisch?
Das lässt sich mit wenigen Sätzen beschreiben. Glaube ich, zumindest habe ich es so verstanden. Die grundlegende Haltung ist neutral, ressourcen- und lösungsorientiert, wertschätzend, auch dort wo Differenzen sichtbar sind. Gekennzeichnet ist die Interaktion von mehr Zuhören als Reden, denn der Kunde ist der Experte, der Berater dagegen ein qualifizierter Nichtwissender. Also muss er viel erfahren, um seine Qualifikation sinnstiftend einbringen zu können.

